Die Kapland-Pelargonie hilft bei Bronchitis und lindert Erkältungen
Südafrika: Bei dem Wort kommen uns wilde Tiere in den Sinn, atemberaubende Landschaften, Goldminen und in diesem Jahr natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft. Doch aus dem Land am Kap der Guten Hoffnung kommen auch bewährte Heilpflanzen, zum Beispiel die Kapland-Pelargonie. Diese Geranienart erfreut nicht nur das Auge, die Menschen im Süden Afrikas erkannten auch früh die Kraft, die in ihren Wurzeln steckt. Vor allem bei schwerem Husten vertrauten sie auf die Pflanze. Später teilten sie ihr Wissen mit den Europäern, die das exotische Arzneimittel dann als sanft wirkende Alternative bei Atemwegsinfektionen mit in die Heimat nahmen. 

Die Geranie Pelargonium sidoides aus der Familie der Storchschnabelgewächse stammt aus einem schmalen Landgürtel in Südafrika und dem Königreich Lesotho. In ihrer Heimat wächst sie wild, wird mittlerweile aber auch kultiviert. Die Wurzeln enthalten ein Gemisch von wertvollen Inhaltsstoffen.

„Aus pharmazeutischer Sicht ist der Extrakt aus der Kapland-Pelargonie exzellent“, sagt Professor Theo Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universitätin Frankfurt am Main. Er warnt jedoch davor, den Auszug als Allheilmittel und zur allgemeinen Stärkung der Abwehrkräfte misszuverstehen. Studien belegen die Wirkung bei akuter Bronchitis, für deren Behandlung das Arzneimittel eine Zulassung besitzt. Es hat sich gezeigt, dass es sowohl die Symptome lindern als auch dieErkrankungsdauer verkürzen kann.

Daneben sprechen zahlreiche positive Erfahrungen für die Heilpflanze. „In der Selbstmedikation und zur Ergänzung der ärztlichen Verordnung greifen viele Patienten gerne darauf zurück“, sagt die Nürnberger Fachapothekerin und Dozentin für Naturheilkunde Margit Schlenk. „Ordnungsgemäß angewendet, ist sie gut verträglich und auch für Kinder geeignet.“

Trotzdem empfiehlt sich das bewährte Präparat nicht für jeden Patienten, sodass Margit Schlenk besonders auf die Beratung in der Apotheke verweist: „Wir achten darauf, dass das Arzneimittel nicht an den Falschen gerät.“ So sollen beispielsweise Menschen, die mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt werden, keine Mittel mit Kapland-Pelargonie einnehmen. Und Apotheker wissen auch, wann ein Kunde besser zum Arzt gehen sollte.

Notwendige Antibiotika, zum Beispiel bei eitrigen Mandelentzündungen, kann das Pflanzenmittel keinesfalls ersetzen. Da „normale“ Erkältungskrankheiten aber durch Viren hervorgerufen werden, kann der Exot aus dem Süden Afrikas zumindest die Symptome lindern – vor allem den quälenden Husten.

Ob unsere heimischen Geranien ebenfalls Heilkräfte besitzen, ist nicht geklärt. Theo Dingermann: „Wie die meisten Pflanzen wurden auch die Geranien noch nicht ausreichend auf medizinische Potenziale hin untersucht.“
 
Bildnachweis: Panthermedia/Elmar Weber